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Kostenlose Schufa-Auskunft: Musterbrief

Im ersten Teil konnten Sie lesen, wozu die SCHUFA Daten sammelt und dass diese Daten manchmal fehlerhaft sind. Außerdem haben Sie vom Bundes­daten­schutz­gesetz erfahren, das Ihnen einen kostenlosen Einblick in die Daten garantiert.

Auf dieser Seite lernen Sie, wie Sie gratis zu Ihrer SCHUFA-Auskunft kommen und wie die Auskunft aussieht.

So erhalten Sie kostenlos Ihre Schufa-Auskunft!

Die SCHUFA bietet verschiedene kostenpflichtige Angebote zur Dateneinsicht. Doch das Bundesdatenschutzgesetz – kurz BDSG – räumt in § 34 auch jedem ein Recht auf eine unentgeltliche Auskunft pro Jahr ein.

Schritt 1: Musterbrief ausdrucken und ausfüllen

schufa auskunft muster brief

Download hier!

Sie können sich hier einen Musterbrief herunterladen, den wir als PDF-Dokument schon vorbereitet haben. Wenn Sie das Dokument ausgedruckt haben, können Sie das Datum, Ihren Namen und Ihre Anschrift sowie die Angaben zu Ihrem Geburtdatum und -ort ausfüllen.

Wichtig: Denken Sie auch an Ihre Unterschrift am Ende.

Schritt 2: Ausweis- oder Passkopie anfertigen

Mit dem Antrag müssen Sie entweder eine Kopie Ihres deutschen Ausweises oder eine Kopie Ihres Passes und einer Meldebescheinigung an die Schufa senden. Das ist nötig, damit die SCHUFA ihre Identität überprüfen kann, denn ein unautorisierter Fremder soll natürlich keine so detaillierte Auskunft über Ihre Daten erhalten.

Muster-Personalausweise vollständig und teilweise lesbar

In der Ausweis- oder Passkopie können Sie nicht benötigte Daten unlesbar machen.

In der Ausweiskopie müssen Ihr Name, die vollständige Anschrift, Ihr Geburtsdatum und der Geburtsort leserlich sein. Sonstige Daten wie Ihr Foto, Angaben zur Größe oder zur Augenfarbe können Sie unlesbar machen.

Schritt 3: Absenden

Stecken Sie den unterschriebenen Antrag und die Kopie Ihres deutschen Ausweises (oder des Reisepasses und der Meldebescheinigung) in einen Umschlag, kleben eine Briefmarke auf diesen und senden alles an:

SCHUFA Holding AG
Postfach 10 25 66
44725 Bochum
Germany

Die Antwort der Schufa

Rechnen Sie mit einigen Tagen oder wenigen Wochen, bis Sie eine Antwort erhalten. Der Brief der SCHUFA enthält

  • ein Anschreiben mit Informationen, wie Sie fehlerhafte Daten melden können,
  • eine Liste ihrer an die SCHUFA gemeldeten Kontoverbindungen, Kreditdaten, Telefonverträge, …
  • eine Liste der in den zurückliegenden 12 Monaten von der SCHUFA an Unternehmen übermittelten Wahrscheinlichkeitswerte,
  • Informationen über die SCHUFA und zur Bedeutung der gespeicherten Daten
Schufa-Einträge und Basisscore

Im Beispiel haben Unternehmen über die Kundin diese Daten an die SCHUFA übermittelt. Prüfen Sie bei sich, ob alle Einträge stimmen! Am Ende der Liste finden Sie den Basisscore.

Bonus: Das bedeutet der Basisscore

Zu den SCHUFA-Daten gehört auch der Basisscore. Scores drücken aus, für wie wahrscheinlich die SCHUFA es hält, dass Sie einen Kredit fristgerecht begleichen. Im Musterbeispiel liegt der Basisscore bei 98,81 %. Das ist ein sehr guter Wert. Die SCHUFA unterscheidet sechs Risikostufen:

> 97,5 %
sehr geringes Risiko
95 % – 97,5 %
geringes bis überschaubares Risiko
90 % – 95 %
zufrieden stellendes bis erhöhtes Risiko
80 % – 90 %
deutlich erhöhtes bis hohes Risiko
50 % – 80 %
sehr hohes Risiko
< 50 %
kritisches Risiko

Der Basisscore ist ein Orientierungswert für Sie als Kunden. Die SCHUFA stellt Unternehmen aber nicht nur einen einzigen Wert zur Verfügung, sondern ermittelt branchenspezifisch unterschiedliche Werte. Das ist verständlich, weil die Aussichten, zuverlässig eine Mobilfunktrechnung zu bezahlen oder einen Hauskredit über mehrere hunderttausend Euro zu begleichen, unterschiedlich sein können.

Übermittelte Werte

keine übermittelten Scorewerte

Im Musterbeispiel wurden innerhalb von 12 Monaten keine Daten an Firmen übermittelt.

An wen die SCHUFA im Verlauf der zurückliegenden 12 Monate welche Daten übermittelt hat, führt sie ebenfalls auf. Bei meinem Selbsttest wurden aber keine Daten weitergegeben, weshalb die Tabelle leer ist.

Ergänzende Artikel:

Bildmaterial: Bundesrepublik Deutschland, Bundesministerium des Innern (Ausweis), SCHUFA

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18 Kommentare zu “Kostenlose Schufa-Auskunft: Musterbrief”

  1. Andreas Mann sagt:

    Klasse Artikel.
    Mir fehlt nur die Info für die Leser, dass eine Schufa Auskunft einmal pro Jahr kostenlos pro Person durchgeführt werden kann. Das sollte man ergänzen, damit es jeder weiß.
    Ich selbst gehöre zu den Menschen, die jährlich zur gleichen Zeit einen Brief an die Schufa schicken, um einmal pro Jahr KOSTENLOS das zu überprüfen, was Sie oben im Text gut erklären. Habe quasi einen festen Turnus. Und bin immer aufs neue überrascht, welche Firmen bei der Schufa abfragen (z.B. noch so kleine Einkäufe werden abgefragt, andere große Dinge bleiben außenvor…) – und es sind auch manchmal Fehler drin.

    Daher mein Tipp: einmal pro Jahr eine Abfrage an die Schufa schicken.

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    • Martin sagt:

      Vielen Dank für Ihren Hinweis!

      Ich habe ergänzt, dass man das Recht auf unentgeltliche Auskunft bei der Schufa einmal jährlich in Anspruch nehmen kann (es stand im ersten Teil des Artikels, aber es ist sehr gut, es auch hier zu erwähnen).

      Kleine Anmerkung für Leser am Rande: Das kostenlose, jährliche Auskunftrecht hat man übrigens nicht nur gegenüber der Schufa, sondern auch gegenüber anderen Unternehmen (§ 34 BDSG) und öffentlichen Stellen (§ 19 BDSG).

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      • Maren sagt:

        Welche „anderen“ Stellen meinen Sie damit?

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        • Martin sagt:

          Im Prinzip kann man die Auskunft von jedem Unternehmen, jedem Verein und jeder Behörde verlangen. Theoretisch kann man sogar eine Selbstauskunft von Privatpersonen verlangen. Die rechtliche Definition, was mit solchen Stellen gemeint ist, findet sich in § 2 des Bundesdatenschutzgesetzes.

          Um der Pflicht zur Auskunft zu unterliegen, müssen diese Stellen aber tatsächlich personenbezogenen Daten sammeln und diese für nicht private Zwecke verwenden oder bereitstellen. Es macht also normalerweise keinen Sinn, einen Antrag auf Selbstauskunft an die Oma oder den Eisverkäufer im Park zu senden. Ferner haben Sicherheitsdienste wie der BND oder der Verfassungsschutz die Möglichkeit, Auskunft zu verweigern, wenn das der Sicherheit des Landes dient.

          Ebenfalls kann es sein, dass eine große Einrichtung (zum Beispiel eine Stadtverwaltung) keine vollständige Übersicht über alle erfassten Daten eines Bürgers senden kann, weil sie Daten aus Datenschutzgründen gar nicht zentral zusammenführt, sondern nur in den einzelnen Fachabteilungen verarbeitet. In diesem Fall müsste man sich dann an die jeweilige Abteilung wenden.

          Typische Beispiele für Stellen, von denen die Selbstauskunft verlangt wird, sind Auskunfteien wie SCHUFA oder Creditreform, Handels- und Versandunternehmen wie Amazon, Otto, eBay oder Weltbild, Telekommunikationunternehmen wie Telekom oder 1&1, Banken, Bundes- und Landeskriminalämter, Betreiber von Rabattsystemen wie Payback, das Kraftfahrt-Bundesamt und der Beitragsservice der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten (ehemals GEZ).

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    • Billy sagt:

      Meine Erfahrung hat gezeigt, dass man die kostenlose Auskunft auch mehrmals in 12 Monaten beantragen kann. Seit ich aber den Online-Zugang habe, mache ich es nur noch 1x im Jahr wg. den Wahrscheinlichkeitswerten, die es online noch nicht gibt.

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  2. Maren sagt:

    Ist die Schufa umgezogen? Mir war jahrelang eine Postfach-Adresse in Hannover bekannt. Briefe kamen dort immer an. Diese Woche kam mein Brief von der Post zurück und es stand drauf: Empfänger nicht unter dieser Adresse zu ermitteln.
    Habe es nun nochmal versendet und diesmal Ihre Adresse (Bochum) verwendet.
    Wissen Sie, wieso es so viele unterschiedliche Adressen gibt und wieso die Post es nicht schafft, die Briefe weiterzuleiten?

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    • Martin sagt:

      Der Geschäftssitz der SCHUFA befindet sich in Wiesbaden und hat sich meines Wissens in der jüngeren Zeit nicht geändert. Mit 750 Mitarbeitern ist das Unternehmen allerdings kein kleines. Außer der Zentrale gibt es laut Angaben der SCHUFA fünf weitere Standorte plus zwei Büros, unter anderem in Bochum.

      In der Vergangenheit hatte die SCHUFA tatsächlich mehr Geschäftsstellen, in denen sie auch persönlichen Verbraucherservice anbot. Dieser Service wurde in jüngerer Zeit gestrichen und in diesem Zuge anscheinend auch die Standorte reduziert.

      Die Deutsche Post kann Briefe bei Adressänderung weiterleiten – allerdings sind Nachsendeaufträge in der Regel auf 6 bis 24 Monate begrenzt und für den Umgezogenen kostenpflichtig. Es dürfte im Interesse des Unternehmens liegen, dass sich die neue Anschrift etabliert und nicht die alte Anschrift weiterverwendet wird.

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  3. Maren sagt:

    Hallo Martin, haben Sie Infos dazu (siehe meine Frage vom letzten Samstag)?

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    • Martin sagt:

      Hallo Maren. Zur Änderung des ehemaligen Postfachs in Hannover habe ich keine Informationen, für allgemeine Informationen siehe oben bei Ihrer Frage.

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  4. J.F. sagt:

    Wie einige vielleicht wissen, konnte man bis vor ein paar Jahren einen lebenslangen Zugang zur Online-Auskunft der SCHUFA günstig erwerben.

    Mittlerweile gibt es nur noch ein – meiner Meinung nach – unverschämt überteuertes Abo-Modell.

    Mit ein bisschen Organisation und Druck, so denke ich, könnte man die SCHUFA dazu bewegen, dieses Einmal-Bezahl-Modell wieder einzuführen.

    Und zwar stelle ich mir das so vor, dass so viele Personen wie möglich so oft wie möglich die Auskunft nach Paragraph 34 BDSG anfordern.

    Also mindestens einmal jährlich und vielleicht sogar – falls eine Auskunft auf dem Postweg verloren geht, was ja immer wieder mal vorkommt – gerne auch ein zweites Mal (habs noch nicht ausprobiert, aber ich denke, die SCHUFA wird dann möglicherweise eine teurere Art der Zustellung wie etwa ein Einwurf-Einschreiben wählen, um nachweisen zu können, dass die Auskunft auch angekommen ist).

    Vielleicht ist die SCHUFA irgendwann personell und finanziell überfordert, und es ist wirtschaftlicher, wieder das alte Modell einzuführen.

    Wer diese Idee gut findet, bitte diesen Beitrag positiv bewerten, und alle Freunde und Bekannte dazu anhalten, sich die Auskunft regelmäßig, i.d.R. jährlich, zu holen.

    Man kann es ihnen ja leicht machen und Vorlagen verteilen.

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    • J.F. sagt:

      Nun habe ich die SCHUFA-Auskunft nach §34 BDSG für das Jahr 2017 bekommen. Insgesamt 9 DIN-A4-Seiten.

      Was mir gleich aufgefallen ist: Es fehlt „Teil 2“, der die aktuellen Scorewerte erfasst. Also eigentlich der Teil, der für mich am wichtigsten ist.

      Der SCHUFA ist also ein Fehler unterlaufen, den ich umgehend per Email reklamiert habe.

      Vielleicht war es baer auch kein Fehler, sondern das Nichtversenden von Teil 2 ist der Tatsache geschuldet, dass man bei 80g/qm-Papier im Standardbrief (bis 20g) maximal 3 Blätter, und im Kompaktbrief (bis 50g) maximal 8 (bzw. grenzwertig 9) Blätter verschicken kann.

      Für eine DIN-A4-Seitenzahl von größer oder gleich 10 Seiten wäre wohl ein Großbrief notwendig gewesen, der mehr kostet (derzeit 1,45€), als ein Kompaktbrief (derzeit 0,85€).

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  5. Sam sagt:

    Ich verstehe nicht, welche Meldebescheinigung hier gemeint ist. Sowas gibt es nicht in allen Ländern. Ich habe in Kanada gelebt und nun in den USA; das Äquivalent zu einer Adressbescheinigung in den USA ist der Führerschein oder ein ähnlicher Ausweis, der den Wohnsitz und das Geburtsdatum bestätigt. (Weiß kaum jemand, aber wenn mensch keinen Führerschein hat, braucht er/sie so einen Ausweis um ihn z.B. im Laden vorzeigen zu können, um Alkohol zu kaufen. Für viel mehr ist dieser Ausweis nicht gut.)

    Also, was soll ich denn in diesem Fall einsenden, um eine Chance zu haben? Meine uralte Meldebestätigung aus Deutschland?

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  6. Rene sagt:

    Weiß jemand, wie die Schufa reagiert, wenn man die Auskunft nach § 34 BDSG das zweite mal im Jahr anfordert? Darf mir die Schufa die Auskunft in Rechnung stellen oder muss sie mir erst die Auskunft verweigern, mit alternative der kostenpflichtigen Auskunft?
    Die Antwort steht evt. im § 34 BDSG Absatz 9 (und Abs. 8), nur leider ist das Juristendeutsch für mich nicht eindeutig auf meine Frage. Kann jemand helfen, oder hat Erfahrungen?

    https://www.gesetze-im-internet.de/bdsg_1990/__34.html

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    • J.F. sagt:

      Eine Antwort auf Ihre Frage habe ich zwar nicht, jedoch bekam ich von der SCHUFA dieses Jahr (2017) bereits zwei mal die kostenlose Auskunft nach P. 34 BDSG.

      Und zwar deshalb, weil die erste Auskunft unvollständig war. Eine Anforderung per Email unter Angabe meiner SCHUFA-Datensatznummer und kurzer Erklärung des Sachverhalts reichte aus.

      Ich denke, dass es durchaus auch vorkommen kann, dass eine SCHUFA-Sendung auf dem Postweg verloren geht.

      Schreibt man die SCHUFA an, so sollte man eine zweite Auskunft kostenlos bekommen. Vielleicht merkt man erst nach sechs Monaten bei einer routinemäßigen Kontrolle, dass die Auskunft gar nicht angekommen ist…

      Solange die SCHUFA nicht per Einschreiben versendet, kann sie schlecht nachweisen, dass eine Auskunft auch tatsächlich beim Anforderer angekommen ist.

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