So verhindern Sie betrügerische Abbuchungen:

Konto für Lastschriften teilweise sperren!

Hilfe bei Abbuchung-Betrug

Ist das bei Ihnen auch passiert? Sie überprüfen Ihre Kontoauszüge und stellen eine Abbuchung fest, die Sie niemals veranlasst haben.

Auf dieser Seite erfahren Sie am Beispiel der DKB, wie man am besten vorgeht und wie man so eine betrügerische Abbuchung verhindern kann.

Handlungsfahrplan zum Schutz gegen Online-Betrug

Wenn Sie eine Abbuchung (Lastschrift) entdeckt haben, die Sie sich nicht erklären können, hat sich folgendes Vorgehen bewährt:

1. Googeln Sie nach dem Zahlungsempfänger

Möglicherweise klärt sich der Fall schnell auf, wenn Sie über Google weitere Informationen finden.

Es könnte ebenso die andere Variante eintreten: Sie finden in Foren Hinweise auf Abofallen, unseriöse Dienste oder Payment-Firmen. Das sind Unternehmen, die Geldforderungen für andere einziehen. Das soll wohl im Gaming-Bereich verbreitet sein.

Kontoauszug mit Lastschriften bei der DKB

Unerklärbare Fremd-Lastschriften

Unser Fallbeispiel

Die einziehende Stelle war in unserem Fall Global Collect BV. Hierbei handelt es sich um einen ausländischen Anbieter, der Geldforderungen von Dritten per Lastschrift von Bankkonten abbucht.

Auf verschiedenen Webseiten wird vor Abbuchungen von diesem Unternehmen gewarnt. Andere berichten von berechtigten Abbuchungen. Das ist nachvollziehbar, da dieses Payment-Unternehmen für Dritte Abbuchungen vornimmt.

Es ist Werkzeug für Kriminelle, aber nicht selbst Betrüger.

Wir haben uns an dieses Unternehmen gewandt und gebeten, die Lastschrift­einwilligung (SEPA-Mandant) vorzulegen. Erwarten Sie lieber kein Antwort von Global Collect BV, wir haben jedenfalls keine bekommen.

Hinweis: Ohne Ihr Einverständnis darf niemand von Ihrem Konto Geld abbuchen! Technisch ist das natürlich leicht möglich und die Einverständniserklärung wird in der Praxis so gut wie nicht kontrolliert. Man verlässt sich darauf, dass alles in Ordnung ist. Schließlich kann der Kunde eine Lastschrift zurückbuchen lassen. So eine Antwort geben übrigens auch deutsche Banken Ihren Kunden.

2. Lassen Sie die Lastschrift zurückbuchen

Sie haben acht Wochen Zeit, Lastschriften ohne Angabe von Gründen zurückbuchen zu lassen. Das ist gesetzlich geregelt. In Betrugsfällen dürfte es keine Frist geben. Bei Betrüger­eien sollten Sie jedoch keine Zeit unnötig verstreichen lassen, da das vom Betrüger genutzte Konto noch existieren muss.

DKB Lastschriftrückgabe

Bei der DKB einfach zu finden

Die Kosten der Rückbuchung trägt alleine das Fremdkonto!

Bei der DKB können Sie Lastschriften selbstständig unter dem Menüpunkt „Finanzstatus > Last­schrift­rückgabe“ (in der linken Navigations­leiste) zurückgehen lassen.

Je nachdem bei welcher Bank Sie sind, gibt es ebenfalls eine Möglichkeit im Online-Banking, per Telefon oder in der Filiale.

Unser Fallbeispiel

Im Dezember 2014 wurden vier Mal illegale / unberechtigte Lastschriften von unserem Konto gezogen, stets von Global Collect BV. Das Unternehmen nutzte dazu die Deutsche Kontor Privatbank (BIC: DEKTDE71002) aus dem bayerischen Grünwald. Das eher kleinere Bankhaus ist auch unter der Marke Sofort Bank bekannt.

Würden auffällig viele Lastschriften bei einem Konto zurückgehen, würden die Kunden­betreuer einer „herkömmlichen“ Bank auf den Kunden zugehen und nachhaken, warum es so viele geplatzte Lastschriften gibt … und sich gegebenenfalls die Einwilligungen der Kunden vorlegen lassen.

Ob das bei der Deutschen Kontor Privatbank so gehandhabt wird, wissen wir nicht … als wir die Bank um Vorlage der Lastschrift­einwilligung gebeten haben, erhielten wir nur die Auskunft, dass man uns keine Auskünfte geben wird. Man schob den Datenschutz und das Bankgeheimnis vor. Zudem könne der Kunde ja eine Lastschrift­rückgabe machen …

Bei der Vielzahl der Buchungen könnte man davon ausgehen, dass die Bank am System mitverdient.

3. Sperre von künftigen Lastschriftabbuchungen

DKB - Formular Lastschriften Sperre

Formular zur Sperre von Lastschriften (DKB)

Als Bankkunde haben Sie die Möglichkeit, Ihr Konto gegen alle Lastschriften zu sperren (das ist nur bei Zweitkonten sinnvoll, da ja Telefon- und Stromkosten meist per Lastschrift abgebucht werden) oder eine Auswahl zu treffen, welche Abbuchungen gesperrt werden sollen.

Beispielsweise kann man festlegen, dass Lastschriften über einem bestimmten Betrag nicht eingelöst werden sollen. Es können aber auch Gläubigernamen, Gläubiger-IDs, Mandatsreferenzen oder bestimmte Länder gesperrt werden.

Auch die Umkehr ist möglich: Sie legen fest, welche Gläubiger bei Ihnen abbuchen dürfen. Allen anderen wird dann der Zugriff auf Ihr Konto verwehrt.

Für diese Festlegungen gibt es bei der DKB ein Formular (PDF), welches Sie vom Kundenservice per E-Mail zugesendet bekommen. Es muss unterschrieben werden und dann per Post, Fax oder E-Mail zurückgesendet werden, damit die Sperre eingerichtet wird. Eine telefonische Sperre ist nicht möglich.

Falls Sie derzeit nicht DKB-Kunde sind, fragen Sie bitte bei Ihrer Bank nach, welche Möglichkeiten dort bestehen.

Unser Fallbeispiel

Selbstverständlich haben wir bereits im Dezember unser Konto für Abbuchungen von Global Collect BV sperren lassen. Wir haben das Formular so genau wie möglich ausgefüllt – mit Gläubiger-ID und Mandatsreferenz.

Nun hatten wir in den letzten 3 Tagen insgesamt wieder 6 Lastschriften von diesem Zahlungsdienstleister. Wie sich bei der Recherche herausstellte, hat sich die Mandatsreferenz geändert, so dass die Abbuchungen wieder funktionierten.

Für Kriminelle ist es natürlich keine Herausforderung, von einer anderen (neuen) Mandatsreferenz Buchungen zu tätigen. Deswegen unsere Empfehlung:

Lassen Sie die abbuchende Firma komplett sperren!

Lassen Sie die Firma komplett sperren

Ausschnitt aus dem Sperr-Formular der DKB

Frage: Wie kommen Betrüger an meine Kontodaten?

Gestohlene Kontodaten kann man auf „Schwarzmärkten“ im Internet kaufen. Kriminelle „brechen“ beispielsweise in Online-Shops ein, stehlen Kundendaten und verkaufen diese Datensätze dann an andere Bösewichte.

Auch die Möglichkeit, dass wahllos von zufällig erzeugten Kontonummern abgebucht wird, ist denkbar. Bei den sechs aktuellen betrügerischen Lastschriften wurde stets ein anderer Name als Kontoinhaber bei der Abbuchung angegeben.

Banken ist der Inhaber des Kontos egal!

Seit 2009 sind Banken nicht mehr verpflichtet zu überprüfen, ob die Kontonummer mit dem Kontoinhaber übereinstimmt. Das macht es Online-Dieben natürlich leicht von anderen Konten Geld abzubuchen, wenn es egal ist, was im Namensfeld eingetragen ist.

Tatsächlich wahr: Wenn die Kontonummer existiert, gibt Ihre Bank vollautomatisiert den Betrag vom Konto frei. Selbst wenn der Namen des Kunden nicht übereinstimmt. Eine Plausibilitätsprüfung findet nicht mehr statt.

Da offensichtlich die Banken eine Prüfung trotz vieler Betrugsfälle nicht vornehmen, wäre die Gesetzgebung gefordert die Banken zu verpflichten nur Abbuchungen zuzulassen, wenn der Name des Kontoinhabers übereinstimmt.

Warum diese Seite?

Dieser Artikel ist für Bankkunden geschrieben, die auf der Suche nach Hilfe, Orientierung und Lösungen sind. Wir hoffen, dass Ihnen unsere Arbeit weitergeholfen hat. Gerne können Sie diese Seite mit weiteren Tipps ergänzen.

Das Problem der illegalen Abbuchungen könnte auch eingedämmt werden, wenn die Dienstleister – die gegen Gebühren Werkzeuge von Betrügern werden – sich von diesen distanzierten. Es wäre wünschenswert, wenn diese die Kundenbeziehung zu offensichtlichen Kriminellen aufkündigen würden, damit nicht weitere Betrügereien durchgeführt werden können.

Bei sechs Abbuchungen innerhalb von drei Tagen, bei der zu ein und derselben Kontonummer sechs verschiedene Kontoinhaber angegeben werden und diese alle zurückgegeben werden, ist offensichtlich, dass hier etwas gewaltig nicht stimmt. Darüber den Mantel des Schweigens und Tolerierens mit Verweisen auf Datenschutz und Bankgeheimnis auszubreiten, ist ein Weg, der uns nicht gefällt!

Merke: Öfter Kontoauszüge überprüfen!

Ja, das ist auch eine Wahrheit: Die Masche der Betrüger rechnet sich trotz der Gebühren für Rücklastschriften, weil noch zu viele Leute ihre Kontoauszüge nicht detailliert genug prüfen. Gerade bei Gemeinschaftskonten denkt man gerne: „Oh, da hat der andere etwas für 34,99 Euro gekauft … vielleicht ein Geschenk für mich?“ Haken Sie nach!

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9 Kommentare zu “Konto für Lastschriften teilweise sperren!”

  1. Roth sagt:

    Sehr guter Artikel, so was hatte ich bisher noch nicht.

    Wie sieht es denn bei falschen Kreditkarten Buchnungen aus?
    Kann man da auch bestimmte Gauner ausspeeren?
    Das es ein Formular … gibt zum Melden weiß ich oder gibt es bei Kreditkarten da noch mehr Möglichkeiten.
    Wobei bisher habe ich noch keine Probleme.

    Ich hatte bisher mehr Angst das jemand durch Hacken über mein Konto Geld stehlen kann und hatte mal bei meiner Hausbank versucht das Tageslimit (Überweisungslimit) zu senken. Aber nicht so einfach man ändert nur sehr ungerne die hohen Standart Limits. (Nicht die DKB Bank sondern eine Hausbank meine ich)

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    • Gregor sagt:

      Bei Kreditkarten kann man leider nicht so eine vorbeugende Sicherung hinterlegen. Auch kann man Kreditkartenumsätze nicht selbstständig zurückbuchen.

      Bei unberechtigten Kreditkartenumsätzen loggen Sie sich ins Online-Banking der DKB ein. Klicken auf den Menüpunkt Service, dann Reklamation Kartenumsätze. Dort finden Sie das Reklamationsformular. Dieses wird ausgefüllt und unterschrieben an die DKB gesandt.

      Für die Reklamation (zurückbuchen von Kreditkartenumsätzen) hat man ein gutes Jahr (13 Monate) Zeit. Dennoch empfielt es sich regelmäßig die Umsätze zu kontrollieren.

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  2. Frank sagt:

    Ich habe schon öfters Kreditkartenbuchungen rückgängig machen lassen (Charge-Back). Das alles ging nach Ausfüllen des Formulares aus dem Servicebereich der DKB im eigenen Konto problemlos und ohne jede Nachfrage. So soll’s sein!

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    • Gregor sagt:

      Ja, wie man unberechtigte Abbuchungen von der Kreditkarte stornieren lässt, wäre auch ein extra Beitrag wert.

      Vielen Dank für das Mitteilen der guten Erfahrung!

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  3. asrx sagt:

    Lastschrift zurückbuchen geht i.d.R. online und kann der Kunde selbst machen.

    Dagegen braucht es für die Mandatsreferenzsperre ein Formular, und die Sperre richtet anschliessend die Bank ein (Whitelist/Blacklist).
    Was verlangen die Banken für diese Sperre?

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  4. Sanny sagt:

    Kennt jemand Abbuchungen die wie folgt lauten:
    „Transact GA 2225“ mit dem Vermerk Abhebung

    Sowas habe ich auf dem Konto vom Sohn gefunden, insgesamt 610€… jetzt fehlen die natürlich und auf Grund der Abhebung wohl auch nicht zurückbuchbar…

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  5. Archimede sagt:

    Hallo Sanny,

    ich kann nicht nachvollziehen, weshalb das Geld „fehlen“ soll.

    Das ist der Geldautomat Nr. 2225 der von „Transact“ betrieben wird. „GA“ steht immer für Geldautomat.

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