Tag 28 beim Aufbau des Konten-Systems zur finanziellen Freiheit

(Unter-)Konto für die jährlichen Ausgaben

Die Idee und der folgende Gastbeitrag stammen von einem Teilnehmer aus der Vorgruppe unseres Programms zur finanziellen Freiheit.

Bitte schauen Sie, wie Ihnen die Idee gefällt und ob Sie diese wie vorgeschlagen oder in Abwandlung umsetzen wollen. Die Kommentarfunktion ist freigeschaltet!

So schützt ihr eure Finanzplanung

Gastbeitrag von Wolf Vincent Lübcke

Liebe Leserinnen und Leser des Spezialportals deutscheskonto.org,

Vincent

in meinem heutigen Gastbeitrag möchte ich euch vor einem Fallstrick warnen, der euch eure Finanzplanung schnell durcheinander­bringen kann und euch im schlimmsten Fall hohe Dispozinsen kostet. Für die Teilnehmer des Programms zur finanziellen Freiheit kann dieser Fehler auch schnell den Verlust der „goldenen Gans“ bedeuten.

solide Jahresplanung statt teure finanzielle Überraschungen

Daher möchte ich euch heute einen Weg aufzeigen, wie ihr diesen Fehler vermeiden könnt.

Das Grundproblem

Das Grundproblem ist, dass es viele Kosten gibt, die nicht monatlich, sondern einmal im Jahr, pro Quartal oder so ähnlich anfallen. Das können z.B. Versicherungen, Rundfunkgebühren, Mitgliedsbeiträge, Steuern oder andere Kosten sein. Gerade bei Versicherungen hat man häufig auch einen kleinen Rabatt, wenn man die jährliche Zahlung wählt.

Da die meisten Menschen ihr Einkommen monatlich beziehen, ist der Monat für uns in der Regel der Finanzzeitraum, für den wir planen. Dabei besteht die Gefahr, dass man Verpflichtungen, die nicht monatlich anfallen, bei der Finanzplanung nicht berücksichtigt. Sobald diese dann fällig werden, bringen sie die eigene Finanzplanung durcheinander und führen eventuell dazu, das man seinen Dispo in Anspruch nehmen muss.

Da der Dispo aber in der Regel mit relativ hohen Zinsen verbunden ist, ist man hier auch schnell geneigt, Sparguthaben für den Ausgleich zu verwenden. Achtung, Lebensgefahr für die goldene Gans!

Um diese Gefahr zu vermeiden, ist es ratsam, sich zunächst einen Überblick über alle regelmäßig anfallenden Kosten zu verschaffen. Anschließend rechnet man diese Kosten auf den Monat um und berücksichtigt sie bei der monatlichen Finanzplanung.

Wenn man jetzt allerdings versucht diese anteiligen Kosten einfach auf dem Konto stehen zu lassen, besteht die Gefahr, dass man schnell den Überblick verliert.

Empfehlung

Daher empfehle ich euch, dieses Geld auf einem separaten Konto beiseite zu legen und unter keinen Umständen anzurühren. Dafür könnte man z.B. ein Tagesgeld- oder Sparkonto bei der eigenen Hausbank verwenden und das Geld dann bei Bedarf zurück auf das Girokonto buchen.

Für uns smarte Bankkunden geht es aber auch noch ein wenig smarter.

Wer Gregors Beiträge aufmerksam verfolgt, weiß, dass er das Girokonto bei der ING-Diba als Reservekonto nutzt und empfiehlt. Wenn man dieser Empfehlung folgt und ein solches Reservekonto eröffnet hat, wäre es doch schade, ein so gutes Konto einfach ungenutzt liegen zu lassen.

Es bietet sich daher an, die monatlichen Rückstellungen auf dieses Girokonto zu überweisen und am besten direkt von dort abbuchen zu lassen1. Dies hat folgende Vorteile:

  1. Das Geld ist für euch aus den Augen und ihr kommt nicht auf die Idee, es leichtfertig auszugeben.
  2. Für den Fall, dass ihr auf eurem Reservekonto keinen Dispokredit habt, steht euch im Notfall trotzdem Geld auf dem Konto zur Verfügung. Dies solltet ihr allerdings wirklich nur im Notfall nutzten (z.B. bei Verlust eurer Hauptkarte) und das verbrauchte Guthaben so schnell wie möglich wieder auffüllen.
  3. Ihr nutzt das Reservekonto aktiv. Dies hat zwei wichtige Vorteile. Erstens steigert sich dadurch eventuell eure Bonität bei der Reservebank und zweitens entgeht ihr der Gefahr, dass die Bank euch das Konto wegen Inaktivität kündigt. Dieses Recht haben Banken nämlich grundsätzlich.

Für alle, die entweder schon ein Reservekonto bei der ING-Diba haben oder die jetzt im Zuge des Programms zur finanziellen Freiheit Kunde der ING-Diba geworden sind, bietet es sich an, deren Girokonto dafür zu nutzen. Solltet ihr schon bei einer anderen Bank ein Reservekonto nutzen, könnt ihr natürlich auch bei dieser bleiben.

1Achtet dabei auf eine ausreichende Deckung! Zur Absicherung bietet sich bei der ING-Diba die Möglichkeit, auch ohne Gehaltseingang einen Dispo zu bekommen. Wie das funktioniert, erfahrt ihr in diesem Artikel: Dispolinie auch ohne Gehaltseingang möglich.

Zur Veranschaulichung habe ich hier mal ein paar Beispiele aus meiner Finanzplanung:

  • KFZ-Versicherung: jährlich 600€ ⇒ monatliche Rücklage 50€
  • KFZ-Steuer: jährlich 60€ ⇒ monatliche Rücklage 5€
  • Rundfunkbeitrag: pro Quartal 52,50€ ⇒ monatliche Rücklage 17,50€
  • Mitgliedsbeitrag Partei: jährlich 48€ ⇒ monatliche Rücklage 4€
  • Zweitwohnungssteuer: halbjährlich 139,20€ ⇒ monatliche Rücklage 23,20€

Zur Entstehungsgeschichte dieser Empfehlung:

Das grundsätzliche Prinzip habe ich vor einigen Jahren mit meinen Eltern erarbeitet, als diese ihre Finanzen neu geordnet haben. Da mich das Thema schon immer sehr interessiert hat, haben sie mich daran teilhaben lassen.

Seit ich mit meiner Ausbildung fertig bin und meinen eigenen Lebensunterhalt zu bestreiten habe, habe ich diese Idee für mich selber zunächst auch nicht umgesetzt. Im Zuge meiner Teilnahme am „Programm zur finanziellen Freiheit“ ist mir dann aber aufgefallen, welches Risiko sich eigentlich dahinter verbirgt, wenn man diese Falle nicht berücksichtigt.

So habe ich mich hingesetzt und erst mal meine eigenen Finanzen neu geordnet. Als ich Gregor davon erzählte, gefiel ihm die Idee gut und er bat mich, euch daran teilhaben zu lassen.

Wenn ihr noch Verbesserungsvorschläge habt, würden ich mich und wahrscheinlich auch die Leser sich sehr darüber freuen.

Über den Autor:

Seit vielen Jahren bin ich ehrenamtlich im THW engagiert und bin über die THW-Visa-Karte der DKB auf die DKB und auch auf dieses Portal gestoßen. Das war irgendwann 2011 und seitdem verfolge ich dieses Portal regelmäßig.

Durch das Portal wurde auch mein Interesse an der Finanzwelt geweckt und inzwischen beschäftige ich mich immer mehr mit dem Thema.

Ich bin auch politisch aktiv und seit ein paar Monaten Mitglied des Stadtrates meiner Stadt. Dadurch hat sich auch die Chance ergeben, Mitglied der Verbandsversammlung der örtlichen Sparkasse zu werden. Über das THW hatte ich vor kurzem das Glück, Gregor persönlich kennen zu lernen.

Bonus: So hat es der heute finanziell freie Ron gemacht!

Ron Ritter ist einer unserer Programm-Teilnehmer, der die finanzielle Freiheit bereits erreicht hat und heute größtenteils in Thailand lebt.

Ich bat ihn, seinen Weg beim Aufsetzen von Girokonten mit uns zu teilen, was er gerne tat. Sie können vielleicht von seiner Erfahrung und Inspiration profitieren:

Es ist schon einige Jahre her, dass ich einen Job als Angestellter hatte, bevor ich mich selbstständig machte. Aber an diese Zeit kann ich mich noch sehr gut erinnern.

Ron Ritter

Den Job mochte ich überhaupt nicht, und das Gehalt war auch nicht berauschend. Umso mehr war ich motiviert, aus dieser ungünstigen Lage so schnell wie möglich wieder rauszukommen. In dieser Zeit habe ich viele Bücher über Finanzen gelesen, und ich war entschlossen, das erworbene Wissen sofort in die Praxis umzusetzen.

Das Sparen fällt den meisten Menschen schwer, aber wenn man ein gutes System hat, wie man es automatisiert, dann ist es eigentlich ganz einfach. So habe ich es damals angestellt:

Zuerst hatte ich nur mein Girokonto bei meiner Heimatbank, auf welches mein Gehalt monatlich überwiesen wurde. Dann habe ich ein Konto bei der DKB Bank eröffnet und anschließend zwei weitere Konten bei der DKB. Nun hatte ich insgesamt vier Konten und alle für einen bestimmten Zweck.

Konto 1: Hauptkonto für Gehaltseingang und laufende Kosten

Konto 2: DKB – Sparkonto (20%) – (dieses Geld darf nicht für Konsum ausgegeben werden. Es dient für spätere Investments in Aktien, Immobilien, usw.)

Konto 3: DKB – Spaßkonto (10%) – (für Urlaub, Reisen und andere schöne Sachen, die man sich gönnen möchte.)

Konto 3: DKB – Notfallreserve (10%) – (für Notfälle wie Kfz-Reparaturen und unerwartete Rechnungen)

Anschließend habe ich ausgerechnet, wie viel die je 10% und 20% von meinem Monatsgehalt sind. Dann habe ich drei Daueraufträge eingerichtet, damit sofort nach Gehaltseingang ein bestimmter prozentueller Anteil auf die drei Konten überwiesen wird.

Das ist der Vorteil von diesem System: Einmal eingerichtet und das Sparen ist automatisiert. Man muss nicht mehr daran denken. Wichtig ist vor allem, dass der Dauerauftrag kurz nach Gehaltseingang erfolgt (2–3 Tage danach als Puffer für Verzögerungen), damit man das Geld nicht zuvor ausgeben kann.

Zum Schluss: Ich empfehle, die prozentuellen Anteile an die eigene Situation anzupassen. Für Einsteiger ist vielleicht Folgendes zu empfehlen: 10% fürs Sparkonto, 5% fürs Spaßkonto, und 5% für das Konto Notfallreserve. Somit sind es insgesamt nur 20% vom Gehalt.

Ein weiterer Vorteil bei der DKB ist, dass man die Konten individuell umbenennen kann. So kann man aussagekräftige Namen verwenden, und man hat den entsprechenden Sparzweck immer vor Augen.
Viel Spaß beim Sparen!

Hinweis für Sie als DKB-Kunde

Bei der DKB kann man keine Unter-Girokonten einrichten – man kann aber durchaus ein zweites Girokonto, welches dann den gleichen Login wie das erste Girokonto hat, einrichten lassen. Dazu macht die DKB eine erneute Bonitätsprüfung.

DKB

Falls Sie Ihr erstes DKB-Girokonto bisher kaum genutzt haben, wird man Ihnen kein Zweites eröffnen. Statistisch gesehen werden Sie das zweite Girokonto nicht genauso intensiv nutzen wie das erste. Die Kosten für die DKB verdoppeln sich aber, weil jeweils wieder die Karten automatisch ausgestellt werden.

Jemand, der das erste DKB-Konto bereits aktiv nutzt, hat hingegen eine gute Chance bei Beantragung eines zweiten Girokontos!

Weiterführende Seiten

PS: Falls Sie auf diese Seite gelangt sind, ohne bereits Teilnehmer unseres Programms Vermögensaufbau bis zur finanziellen Freiheit zu sein, dann empfiehlt es sich, hier zu beginnen.

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8 Kommentare zu “(Unter-)Konto für die jährlichen Ausgaben”

  1. Thomas sagt:

    Also ich kann mir durch das Vermieterpaket mehrere Konten erstellen. Diese haben aber keine Karten.

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    • Gregor sagt:

      Ja, richtig. Beim ► DKB-Vermieterpaket ist das anders. Es handelt sich derzeit um ein eigenständiges Produkt, ist aber mit der DKB-Login verknüpft.

      Auf die Erfahrungen mit der DKB-Vermieterpaket würde ich gerne zurückkommen, wenn wir beim Thema „Investieren in deutsche Immobilien“ einsteigen. Einverstanden?

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    • Billy sagt:

      Und – für mich besonders wichtig – auch keinen SCHUFA-Eintrag!

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  2. Thomas sagt:

    Hallo Gregor,

    natürlich gerne. Ich selber nutze derzeit 2 DKB-Konten. Einmal das normale Girokonto und ein Unterkonto für eine Immobilie.

    Gruß

    Thomas

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  3. torstent sagt:

    Danke für den Hinweis mit dem Vermieterpaket – da wäre ich jetzt nicht von alleine drauf gekommen 🙂
    Und sorry Gregor wenn ich das Thema wieder aufgreife für die jährlichen Ausgaben. Aber soweit ich weiss kann man ein weiteres Konto im Vermieterpaket eröffnen – was keinen weiteren Eintrag bei der Schufa nach sich zieht (solange kein „Dispo“ mitbeantragt wird).
    Meine Überlegung war es ein Instandhaltungsrücklagenkonto zu eröffnen auf welches es noch 0,15% Zinsen gibt – aber dieses ist leider NICHT lastschriftfähig 🙁 wie Tagesgeldkonten eben auch.

    Somit ist diese Lösung eher etwas für Leute die sowieso schon ein Vermieterpaket haben und auf einfache Weise ein weiteres Zahlkonto eröffnen wollen (ohne SCHUFA Eintrag).

    Gruß Torsten

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  4. Anna sagt:

    Ja das mache auch so – jedoch mit 2 DKB-Konten in einem Login (anstatt IngDiba) und finde es eine super Sache. Zusätzlich benutze ich für manche Dinge Mercedes-Benz-Bank-Tagesgeldkonten (beliebig viele in einem Login) um noch mehr Überblick zu haben. Super Sache!

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  5. Beavis sagt:

    Das mit dem Ansparen der Rückstellungen für monatlich/quartalsweise anfallende Kosten finde ich sehr sinnvoll und praktiziere das auch bereits seit vielen Jahren. Inzwischen haben sich daraus 5 Budgets entwickelt für Auto, Versicherungen, Reisen, Anschaffungen und Steuerrückstellungen. Ein separates Konto habe ich dafür nicht, sondern nutze dafür lediglich eine Excel-Tabelle (ich bin diszipliniert genug 😉 ). Das ganze hat auch noch einen weiteren Vorteil: Ich erstelle mir monatlich eine Bilanz, durch das Herausrechnen der Rückstellungen habe ich dann immer einen realen Überblick ohne die durch die unregelmäßigen Zahlungen erzeugten Schwankungen.

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    • Gregor sagt:

      Klasse und sehr außergewöhnlich 🙂 Sie dürfen sich schon auf die 3. Woche vom 2. Monat freuen. Wird Ihnen gefallen. 🙂

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