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DCC – Dynamic Currency Conversion

von Christian Funke

Wäre es nicht bequem, wenn Sie überall auf der Welt in Euro bezahlen könnten? Kein lästiges Umrechnen und Preise vergleichen mehr?

Diese Bequemlichkeit verspricht DCC.

Was genau DCC ist und warum es viele Leute gibt die es als Abzocke und „legalen Betrug“ betiteln, lernen Sie auf dieser Seite.

DCC – dynamische Währungs­umrechnung

DCC bedeutet “Dynamic Currency Conversion”, auf Deutsch “Dynamische Währungsumrechnung”.

Zahlt man mit einer deutschen Karte in einem EUR-Land ist die Währungsfrage klar, es wird selbstverständlich 1:1 in EUR abgerechnet. Zahlt man jedoch mit einer deutschen Karte in einem Land mit anderer Währung, muss der ausländische Betrag „irgendwann“ von „irgendwem“ in EUR umgerechnet werden. Hier kann (nicht muss!) DCC ins Spiel kommen.

Zahlungen außerhalb der Eurozone

Zahlt man beispielsweise in London sein Hotel oder hebt dort Geld ab, so fragt das Display des Zahlungs­terminals bzw. des Geldautomaten häufig ob xxx GBP belastet werden sollen, oder ob man damit einverstanden ist, dass der Betrag zum Kurs von yyy in zzz EUR umgerechnet wird.

  • Wählt man die Belastung in der örtlichen Währung, hier GBP, werden dem Kundenkonto xxx GBP belastet. Da man ein EUR-Konto hat rechnet die hauseigene Bank den Betrag in EUR um und belastet den so umgerechneten EUR Betrag.
  • Erlaubt man dem Terminal die Umrechnung, werden dem Kundenkonto unmittelbar die angezeigten zzz EUR belastet. Hier rechnet also der Terminalaufsteller um. Der Vorgang nennt sich „DCC“, weil es dynamisch anhand des aktuellen Kurses passiert und sofort auf dem Display angezeigt wird.

Warum sollte man wissen was DCC ist?

DCC-Werbeaussagen lauten etwa „Kunden wissen sofort wieviel sie in Ihrer Währung zahlen“, dies biete „maximale Transparenz“ und ähnliches mehr …

Abseits der Werbung schlagen Terminalanbieter mit Hilfe von DCC satte Prozente auf den Umrechnungskurs auf. Die hauseigene Bank rechnet fast immer viel besser um, besonders gilt dies wenn man eine der empfohlenen Banken aus diesem Spezialportal nutzt.

  • Bei smarten Bankkunden gehen in Sachen DCC also alle Alarmglocken an!
  • Wir nutzen DCC nicht!

Auf was sollte man achten?

  • Man kann die DCC-Anzeige durchaus als Orientierung nutzen. Smarte Bankkunden wissen dann: Ich zahle etwa 3 bis 10% weniger als angezeigt wird.
  • Da DCC den Terminalaufstellern offensichtlich einen handfesten Vorteil verschafft, wird manchmal nicht direkt aufgegeben: Nachdem man die Umrechnung ablehnt wird beispielsweise nachgefragt, ob man sich „wirklich sicher ist“, oder man erfährt dass man „eventuell Wechselkursverluste“ erleiden wird, wenn man nicht darauf eingeht.

    Der Menüführung und dem Ideenreichtum sind hier keine Grenzen gesetzt. Smarte Bankkunden lesen und verstehen daher genau, und lehnen jedes Angebot zur lokalen Umrechnung ab.

  • Rechtshänder drücken eher auf Knöpfe der rechten Seite eines Terminals. Daher wird DCC-umrechnen meist rechts bestätigt, während die ablehnenden Tasten meist links sind.
  • In manchen Geschäften wird erst gar nicht gefragt. Das Zahlungsterminal zeigt unmittelbar einen Betrag in Heimatwährung, nicht der örtlichen Währung, an.

    „Schuld“ ist hier meist nicht das Bedienpersonal, sondern die Schulung die das Bedienpersonal erhält. Sie wissen meist tatsächlich nicht was sie ihren Kunden „antun“ und tippen nach dem Einstecken der Karte schnell auf DCC-Zustimmung, weil sie es so als „richtig“ lernen.

    Anstatt sich in Grundsatzdiskussionen verwickeln zu lassen, besteht man am besten nur freundlich aber bestimmt auf Zahlung in lokaler Währung. Sowohl Visa als auch Mastercard schreiben vor, dass dies möglich sein muss.

    Der Kunde kann also nicht zu DCC gezwungen werden.

  • Wer es genau wissen will kann sich jeweils den angezeigten DCC-EUR-Betrag merken und später mit dem erhaltenen EUR-Betrag der Hausbank vergleichen.

    Beispiel:

    Geldautomat mit DCC

    Dieses „vertrauenserweckende“ Angebot wurde mir beim Geldabheben präsentiert. Auf welche Taste hätten Sie ohne das Wissen aus diesem Artikel gedrückt?

    • GBP 200, abgehoben am Barclays Geldautomat in London im Oktober 2013
    • Barclays bietet an in 251,89 Euro umzurechnen
    • Kontoauszug DKB ohne DCC

      Auszug aus der Kartenumsätzen bei der DKB. Mehr als 5 Prozent Unterschied, abhängig davon ob man die Bequemlichkeit von DCC nutzen möchte oder nicht.
      Obwohl kaum von einer echten Entscheidung gesprochen werden kann, wenn man sich die Angebotspräsentation vom dem Monitor nochmals (s.o.) ansieht.

    • Von der DKB umgerechnet: 238,54 Euro.

Durch DCC-Wissen gespart: 13.35 Euro (gut 5 % in UK)!

DCC ist bei vielen Geldabhebetests im Ausland negativ aufgefallen:

Zusammenfassung und Handlungsempfehlung

Smarte Bankkunden kennen DCC und möchten es nicht nutzen.

Sie wissen, dass eine Abrechnung in der lokalen Währung immer vorteilhafter als das DCC-Angebot ist. Dementsprechend werden bei Zahlungsvorgängen im Ausland die Texte der Zahlungsterminals und Geldautomaten genau studiert und verstanden.

Die Kunst liegt im Erkennen des DCC-Angebots und dem Ausweichen!

Nur wenn die Abrechnung in der lokalen Währung stattfindet, wird die Zahlung bestätigt, ansonsten wird der Vorgang abgebrochen bzw. keine PIN eingegeben. Wenn Verkaufs­personal auf DCC und/oder „DCC-Vorteile“ hinweist, lehnen wir dies freundlich aber bestimmt ab.

Christian Funke (Autor)

Über den Autor

Christian Funke hat einige Zeit in Irland gelebt, bevor er in die Schweiz gezogen ist. Bankkonten unterhält in mehreren Ländern und Kontinenten.

Darüber schreibt er gerne und hilft mit seinen Erfahrungen und Anleitungen Interessierten bei der Kontoeröffnung im Ausland.

Wie beispielsweise hier: Kontoeröffnung in Singapur oder Revolut(ion) auf dem Kreditkartenmarkt.

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7 Kommentare zu “DCC – Dynamic Currency Conversion”

  1. Christian Funke sagt:

    Absolut lesenswerte Ergänzung von Christian Deinzer:

    https://www.deutscheskonto.org/de/abzocke-geldautomat-ausland-reklamation-musterbrief/

    Sein Artikel beschreibt, dass es nicht unbedingt zu spät sein muss wenn man einmal auf die Masche hereingefallen ist. Wer hartnäckig Widerspruch einlegt und dran bleibt, kann die Differenz auch im Nachhinein zurückfordern.

    Vielen Dank!

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  2. Joachim sagt:

    Ich habe in Polen mehrfach erlebt, dass ich nicht gefragt wurde, ob ich Euro oder Zloty zahlen möchte, oder dass trotz klarer Anweisung, Zloty zu buchen danach zum Fantasiekurs umgerechnete Euros auf dem zu unterchreibenden Beleg finden. Wenn ich dann Storno bzw. Korrektur verlange, wurde regelmäßig behauptet, das ginge nicht, außerdem wurde ich auch auf die Zlotybeträge hingewiesen und behauptet, diese würden abgebucht. Leider bin ich des Lesens mächtig, auch auf Englisch, auf den Belegen stand das Gegenteil. Und nachdem ich den Beleg zerreiße, statt zu unterschreiben und mich mich nach höflicher Verabschiedung dem Ausgang zuwende, hat noch jeder der Verkäufer in Nullkommanix die Taste gefunden, mit der man die Zahlungsweise ändert und ist mir mit einem Beleg ohne Euro hinterhergerannt. Er möge also nicht behaupten, er hätte nicht gewusst, dass er mich dreist belügt!

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  3. Beat Vogelsanger sagt:

    Wir haben dies gerade in Kroatien und Frankreich beim Bargeldbezug mit Maestro-Karte erlebt. Beim ersten Mal waren wir leider doof und haben uns um 8% bescheissen lassen. Dann haben wir aufgepasst. Bei einigen Bankomaten wurde der Vorgang abgebrochen nachdem wir DCC abgelehnt haben – dann einfach beim nächsten Automaten probieren. Immer kam beim Ablehnen von DCC der Hinweis, ob man wirklich das „Risiko eines unbekannten Wechselkurses“ dem „Vorteil des bekannten Kurses“ vorziehen wolle.

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  4. Michael Alf sagt:

    Hi,

    ich habe gestern in MUC Geld abgehoben (300 EUR) und mir wurde ein 1:1 in GBP angeboten. Da ich mir sicher war, was das bedeuet und ich einen Automatenirrtum vermutete, hatte ich akzeptiert.
    Das kostete mich EUR 340.

    Kann ich da was machen?

    Michael

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  5. Joachim sagt:

    Du hast also eine britische Kreditkarte in GBP und meintest, es hat dich 300 GBP gekostet, nicht 340 Euro, ja?
    Da wird leider nicht viel zu machen sein, man hat dir 300 EUR für 300 GBP angeboten, du hast das Angebot angenommen. DCC an sich ist (leider) nicht illegal, um die Bankl juristisch belangen zu können, müsstest du schon nachweisen können, dass man dich bei dem Angebot bewusst getäuscht hätte, sodass BETRUG vorliegt. Allein ein schlechtes Angebot ist kein Betrug. Selbst dann nicht, wenn man es vorher als ganz tolles Angebot anpreist, jedenfalls nicht wenn man dazu nicht noch sachlich eindeutig widerlegbare Tatsachen schildert. Ich hatte (siehe 3 Artikel vorher) in Fällen Erfolg, in denen ich die Umrechnung als DCC ausdrücklich abgelehnt hatte, nachdem ich sie mir dies aktiv verheimlicht worden war, ich es aber rechtzeitig (vor Erteilung der Zustimmung durch Unterschrift auf der Rechnung) bemerkt hatte.

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    • Michael Alf sagt:

      Vielen Dank.

      Es ist zwar keine britische Karte. Ich habe nur englisch als Sprache ausgewählt.

      Fühlt sich schon wie Betrug an.

      Leergeld.

      Michael

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  6. Joachim sagt:

    Wie, eine deutsche Karte für ein Eurokonto? Und dann hat man dir Pfund angeboten? Das ist allerdings noch eine Stufe schärfer als der gewöhnliche DCC-Trick. Normalerweise erkennen die Automaten an der Kartennummer, wo sie ausgestellt ist, nicht an der Sprache, die du wählst. Ich weiß z.B. dass auch Polen betroffen sind, die im Ausland arbeiten und deshalb ein ausländisches Girokonto besitzen. Wenn die dann auf Heimaturlaub Zloty abheben wollen, kriegen die den gleichen Scheiß angeboten – obwohl sie mit den Automaten sicher lieber auf ihre Muttersprache kommunizieren.
    Wenn bei dir also garkeine Pfunde im Spiel sind, sollte sich doch etwas machen lassen, auf jeden Fall erstmal Forderung an die Bank des Automatenbetreibers erheben, mit der Drohung, den Betrag zurückbuchen zu lassen (bei Kreditkarte). Bei Auszahlung von Euro von einem Eurokonto die Währung zweimal hin- und zurückzurechnen dürfte unzulässig sein. Und wenn der Automatenbetreiber Gebühren erhebt, müssen die klar ausgewiesen sein.

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